Wie gelingt es, die Microsoft Power Plattform sinnvoll im Unternehmen zu etablieren – ohne Governance-Lücken, App-Wildwuchs oder Sicherheitsrisiken? Dieser Frage widmete sich die Online-Session mit Nicolas Hülsmann. Diskutiert wurden aktuelle Entwicklungen rund um Low-Code-Plattformen, Herausforderungen aus IT- und Fachbereichssicht sowie konkrete Erfolgsfaktoren für eine tragfähige Einführung.
Digitalisierung von unten: Fachbereiche als Treiber
Ein zentrales Thema: Digitale Transformation erfolgt heute zunehmend „Bottom-up“. Nicht mehr zentrale IT-Projekte, sondern dezentrale Initiativen aus den Fachbereichen treiben Veränderungen voran. Genau darin liegt großes Potenzial – aber auch die Notwendigkeit, Standards, Rollen und technische Strukturen klar zu definieren.
Tool-Vielfalt versus Plattformstrategie
Im Vergleich zu spezialisierten Tools wie n8n, make.com oder Base44 zeigte sich: Die Microsoft Power Plattform bietet als Suite entscheidende Vorteile – insbesondere für Unternehmen, die bereits im Microsoft-365-Umfeld arbeiten. Vertraute Oberflächen, zentrale Verwaltungsfunktionen und die Datenhaltung im eigenen Tenant sprechen für einen Best-of-Suite-Ansatz, der Governance und Benutzerfreundlichkeit kombiniert.
Governance ist kein Add-on
Ein Schwerpunkt der Session lag auf typischen Risiken beim Plattformeinsatz: Fehlende Umgebungsstrategie, unklare Zuständigkeiten, mangelnde Transparenz über bestehende Apps und Flows. Besonders anschaulich wurde dies anhand des Beispiels der „krummen Pyramide“ – ein Bild für fehlende Struktur und Standards bei der Entwicklung.
Empfohlen wurden u. a.:
- Frühzeitige Definition von Data-Loss-Prevention-Regeln
- Einführung eines Berechtigungsmodells auf Basis von Entra ID
- Einsatz von Templates und Katalogen für Fachbereiche
- Aufbau eines internen Monitorings und Error Loggings
Von Technik zur Veränderung
Neben den technischen Grundlagen betonte die Session auch die organisatorische Seite der Einführung. Change Management, Aufbau einer Entwickler:innen-Community und die Bereitstellung verständlicher Wissensressourcen wurden als zentrale Erfolgsfaktoren benannt. Denn nur so gelingt es, Fachbereiche langfristig zu befähigen – ohne dass IT-Abteilungen zum Bottleneck werden.
Praxisansätze zur Einführung
Zum Abschluss der Session wurde ein möglicher Weg zur strukturierten Einführung vorgestellt. Ziel: In vier Wochen eine sichere, skalierbare und betreibbare Plattform aufsetzen. Der Fokus liegt auf Wissensaufbau, Transparenz, Governance und nachhaltiger Nutzbarkeit – abgestimmt auf die jeweilige Ausgangssituation.
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